Tolles im Theater – Sinfoniekonzerte

EULE Redaktion

Lidia Keremidtchiev

Hallo liebe kulturinteressierten Leserinnen und Leser! Leider habe ich es dieses Mal nicht geschafft, ins Theater zu gehen und habe also kein konkretes Stück, über das ich Euch berichten könnte. Aber diese Reihe ist mir sehr wichtig, weshalb ich dieses Mal meinen „Joker“ einlösen möchte 😉 Das Thema ist aber keinesfalls weniger spannend als eine Opern- oder Musicalinszenierung und da ich auch einen persönlichen Bezug dazu habe dachte ich, ich erzähle Euch in dieser Ausgabe mal etwas über diese sehr essenzielle Konzertreihe. 

Wie Ihr am Titel unschwer erkennen könnt, dreht sich heute alles um die Sinfoniekonzerte. Die Konzerte finden meistens einmal im Monat, bzw. je nach Spielplan alle zwei Monate statt. Hier präsentiert sich das Staatsorchester, das ja sonst zum Beispiel bei den Opernaufführungen im Orchestergraben sitzt, ganz ohne Bühne und Darsteller – die Musik steht also ganz im Vordergrund. Gespielt werden sehr unterschiedliche Stücke. Ob Barockmusik im Kammerorchester oder große romantische Sinfonie mit einem Aufgebot von bis zu 150 Musikerinnen und Musikern – das Programm variiert von Konzert zu Konzert, sodass innerhalb der Spielzeit für jeden musikoffenen Menschen etwas dabei ist. Auch werden immer wieder verschiedene Gastdirigent*innen und Solist*innen eingeladen. In der Vergangenheit waren das zum Beispiel namenhafte (oder in der deutschen und internationalen Musikbranche namenhafte) Künstler, wie Reinhard Göbel (Dirigent), Nils Mönkemeyer (Viola), Maximilian Hornung (Cello) oder das Sitkovetsky Trio. Hierzu ein kurzer Fakt am Rande: Der Cellist des Sitkovetsky Trios, Isang Enders, war früher am LGG! Jetzt ist er erfolgreicher Musiker und ein sehr sympathischer Mensch – wenn man also mal von Wasserschäden, Feueralarmen o.ä. absieht und die ganzen früheren LGGler betrachtet, können wir also ruhig ab und zu ein bisschen stolz auf unsere Schule sein! 

Wen moderne Musik interessiert, wird bei den Sinfoniekonzerten übrigens auch nicht zu kurz kommen, denn es werden auch immer wieder moderne und zeitgenössische Werke aufgeführt. Ich persönlich bin zwar kein großer Freund von moderner (im Sinne von atonaler) Musik, aber ich finde es schön, dass auch zunehmend Werke von Komponistinnen, die nun mal aus geschichtlichen Gründen in der der moderneren Epoche mehr vertreten sind, aufgeführt werden. Die kamen oder kommen leider noch immer in der Musikbranche häufig zu kurz. Namen wie Clara Schumann (Romantik), Fanny Mendelssohn (Romantik) oder Ethel Smyth (20. Jahrhundert) sollten daher definitiv mehr Beachtung bekommen! 

Also Fazit: Ich kann euch die Sinfoniekonzerte auf jeden Fall sehr ans Herz legen. Auch wenn Ihr sonst nie ins Theater geht, kann so ein entspannter Abend mit Freunden/Familie und Musik ganz schön bereichernd sein. Und wer ohnehin schon gerne ab und zu ins Theater geht, der wird hier sicher auch nicht enttäuscht werden, denn „Musik pur“ ist definitiv nicht weniger spannend als ein Stück mit Musik und Darstellern auf der Bühne. Außerdem ist es ja nicht so, dass es in einem Konzert nichts zu gucken gäbe! Ich finde es einfach schön zu sehen, wie die einzelnen Musiker spielen, wie sie dabei aussehen – traurig, fröhlich oder wie auch immer – und zu hören, wie sich das alles dann am Ende zu einem großen Klangkörper zusammensetzt.  

Zum Schluss möchte ich Euch noch ein paar Werke mitgeben, die im Moment im Staatstheater aufgeführt werden und sicher interessant sein können: Elektra – Sophokles‘ berühmte Tragödie als Oper vertont von Richard Strauss (habe ich noch nicht gesehen, für uns als Schüler eines altsprachlichen Gymnasiums aber fast schon ein Muss ;)); Otello (und ja, das schreibt man in diesem Fall wirklich so), Oper von Verdi basierend auf dem Schauspiel von Shakespeare. Wohl eine sehr moderne Inszenierung im Stile eines Computerspiels, bei der das Publikum über den Verlauf der Handlung mitentscheiden darf (die Mitnahme von Handys ist hier obligat); Der „Struwwelpeter“, dem Trailer nach eine abgedrehte, völlig verrückte, aber sehr kreative Verarbeitung des berühmten Kinderbuches; Und nicht zuletzt Jekyll & Hyde, Musical zur Novelle von Robert Louis Stevenson. Eine düstere, aber sehr aufwändige und vielseitige Inszenierung (auch nachzulesen in der letzten Ausgabe). 

Wie immer hoffe ich, dass ich Euch ein bisschen dazu inspirieren konnte, mal wieder, häufiger oder auch zum ersten Mal ins Theater zu gehen! Beim nächsten Mal werde ich dann hoffentlich über Otello schreiben können – für Euch wage ich mich in das Abenteuer dieser Inszenierung der besonderen Art. Bis dahin wünsche ich Euch eine von Musik, Literatur und/oder Kunst erfüllte Zeit… Kultur ist wichtig meine Freunde! 

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