Die Segelfreizeit

Tristan

Die erste Ferienwoche. Einige verreisen, manche bleiben auch zu Hause, man hat viele Möglichkeiten. Doch keiner befasst sich mehr mit Schule oder irgendetwas, was dazu gehört. Das war dieses Jahr bei mir anders. Ich sollte meine erste Ferienwoche nämlich mit anderen Schülern des LGGs am Ammersee verbringen, die sogenannte Segelfreizeit. Doch wie kam es dazu und was ist die Segelfreizeit überhaupt?

Frau Bergauer bot eines Tages während ihres Unterrichtes unserer Klasse an, an der Segelfreizeit teilzunehmen. Ein paar Klassenkameraden und ich nahmen dieses Angebot an und als nach der Projektwoche die Sommerferien anstanden, war ich gespannt, wie es denn sein würde.

Die Segelfreizeit ist eine private Veranstaltung, die von Frau Bergauer und Herr Preuß geleitet wird. Am Sonntag vor dem eigentlichen Ferienbeginn, dem 23.07., ging es dann los. Wir trafen uns morgens am Darmstädter Hauptbahnhof. Dort traf ich auf einige bekannte Gesichter, aber auch auf viele unbekannte. Kurz darauf fuhren wir mit dem Zug mit ein paar Umstiegen nach Dießen. Endlich am Bahnhof in Dießen angekommen liefen wir zu unserer Unterkunft, dem Jugendheim des MTV. Es besteht aus einem Hauptgebäude, das im Erdgeschoss als Aufenthaltsraum fungierte und im Obergeschoss den Wohnraum der Mädchen darstellte, und einem Nebengebäude, in dem die Jungs schliefen. Dieses war zunächst sehr überraschend, da es Doppelbettenzimmer mit Türrahmen – jedoch ohne Türen – besaß.

Da wir am ersten Tag bereits recht spät in Dießen ankamen, verbrachten wir den ersten Tag ohne Segeln und lernten einander kennen. Die nächsten Tage hatten alle eine ähnliche Struktur: Wir standen auf, um gemeinsam zu frühstücken. Dann ging es zur Segelschule Marx, in der wir zuerst die für das Segeln notwendige Theorie durchgingen, am ersten Tag zog sich dies ein wenig in die Länge. Anschließend durften wir auch schon auf die Segelboote, wo wir unsere zuvor gelernte Theorie in die Praxis umsetzen sollten, was besonders bei den Knoten nur teilweise funktionierte. Das Segeln an sich hingegen war großartig, besonders, wenn man – wie ich – noch nie zuvor gesegelt war. Ein solches Segelboot bot Platz für ungefähr 6 Leute. Es besaß ein kleines Unterdeck, aber auch der vordere Teil des Bootes war begehbar. Ich habe auch ein paar Mal gesteuert, was sich als gar nicht so einfach herausstellte, aber man hat den Dreh recht schnell raus. 

Gegen Mittag mussten wir dann wieder im Hafen sein, damit wir im Unterbräu, einem dortigen Gasthaus, zu Mittag essen konnten. Da wir nicht immer im Unterbräu zu Mittag essen wollten, organisierte Frau Bergauer mit Hilfe einiger Schüler das Mittagessen selbst, auch um das Abendessen wurde sich immer selbst gekümmert.

Anschließend ging es dann wieder zurück aufs Wasser, um weiter zu segeln. Wir segelten noch weitere vier Stunden, bis wir zurück in den Hafen sollten, weil die Segelschule auch irgendwann Feierabend hatte. Ab diesem Zeitpunkt hatten wir dann Freizeit und konnten über diese verfügen, wie wir wollten. So gingen einige in die Stadt, andere machten einen Spaziergang oder verbrachten einfach Zeit zusammen im Gemeinschaftsraum. 

Abends nach 22 Uhr sollte dann keiner mehr außerhalb des Geländes des Jugendheims unterwegs sein, was nicht immer der Fall war. Um spätestens diese Uhrzeit war man im Gemeinschaftsraum und spielte etwas oder beschäftigte sich anderweitig miteinander. Insgesamt fünf Tage waren wir segeln und der Wind war die ersten paar Tage ziemlich stark, was das Segeln sehr viel aufregender machte. Wie ich von anderen mitbekommen hatte, war ein solches Wetter eher ungewöhnlich und das Segeln sei letztes Jahr sehr viel ruhiger gewesen. Auch ruhigerer Wind hat seine Vorzüge, wie ich teilweise erfahren durfte.

Da die Segelfreizeit schon seit 39 Jahren jedes Jahr stattfindet, lässt die Segelschule die Gruppe immer einen Tag mit der Albatros (s. Bild), dem ganzen Stolz der Segelschule Marx und dem einzigen Zweimaster auf dem Ammersee, segeln. Das Boot besteht vollständig aus Holz, nicht wie die kleinen Segelboote aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Es war sehr viel schneller als die kleinen Boote und man hätte theoretisch darauf leben können. Es war sehr schön und wirklich beeindruckend.

Am 5.Tag sahen wir, während wir segelten, wie die Albatros, mit der wir noch am Vortag gesegelt waren, mit gebrochenem Mast in den Hafen zurückfuhr. Scheinbar aufgrund von Materialermüdung war der Hauptmast abgesplittert.

Die Reparaturkosten belaufen sich bei so einem alten Schiff auf mehrere Zehntausend Euro. 

Deshalb ist es noch nicht sicher, ob sie überhaupt repariert wird. Diese Segelfreizeit könnte also die letzte mit der Albatros gewesen sein. Trotzdem bin ich froh, dass der Mastbruch nicht passierte, als wir auf der Albatros waren.

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